Agrar-Aktien im Check: Wo Anleger mit Landwirtschaft Geld verdienten
Agrarhandel, Futtermittel & Co.: Neue Analyse zeigt, welche Agrar-Aktien den MSCI World übertrafen.
Landwirtschaft gilt vielen derzeit als Krisenbranche: hohe Kosten, schwankende Erzeugerpreise und politische Unsicherheit. An der Börse zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Eine Analyse des Deutschen Landwirtschaftsverlags zeigt: Wer im vergangenen Jahr gezielt in bestimmte Agrarsegmente investiert hätte, konnte deutlich höhere Renditen erzielen als mit einem Indexfonds (ETF) auf den globalen Aktienmarkt wie etwa dem MSCI World.
Untersucht wurden 17 Marktsegmente rund um Landwirtschaft und Agribusiness. Für jedes Segment wurde ein eigener Index aus mehreren börsennotierten Unternehmen gebildet. Zu den Kategorien gehören Saatgut, Pflanzenschutz, Geflügel, Futtermittel, Smart Farming, Agrarhandel, Fleischersatz und erneuerbare Energien mit Bezug zum ländlichen Raum. Betrachtet wurde die Kursentwicklung von Ende Mai 2025 bis Mai 2026.
Die Gewinner und Verlierer
Das stärkste Ergebnis erzielten Agrarhändler: Der Index legte um rund 61 Prozent zu. Aus 100 Euro wären hier im Durchschnitt mehr als 160 Euro geworden, eine höhere Rendite als ein MSCI World ETF im Vergleichszeitraum. Futtermittelhersteller schnitten mit rund 49 Prozent und Geflügelunternehmen mit rund 48 Prozent Wertzuwachs stark ab.
Größter Verlierer war der Bereich Fleischersatzprodukte, hier gingen im Beobachtungszeitraum rund 30 Prozent Aktienwert verloren. Auch klassische Lebensmittelhersteller wie Unilever und Nestlé verloren deutlich.
Auffällig ist zugleich: Einzelne Unternehmen können deutlich besser abschneiden als ihr Segment. So verlor der Pflanzenschutzindex insgesamt, während die Bayer-Aktie im Untersuchungszeitraum um rund 40 Prozent zulegte.
„Die Analyse zeigt sehr klar: Landwirtschaft ist an der Börse kein einheitlicher Markt. Zwischen dem großen Verlierer Fleischersatz und Agrarhandel lagen im vergangenen Jahr fast 90 Prozentpunkte Rendite“, sagt Simon Michel-Berger, Chefredakteur agrarheute beim Deutschen Landwirtschaftsverlag. „Von der Landwirtschaft zu sprechen, führt an der Börse deshalb in die Irre.“
Die Analyse ist keine Anlageempfehlung. Vergangene Börsenentwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft; Dividenden wurden nicht berücksichtigt.
Über agrarheute – die führende Informationsquelle zur deutschen Landwirtschaft
agrarheute berichtet über alle relevanten landwirtschaftlichen Themen aus Politik und Gesellschaft, analysiert Märkte und entdeckt Trends. Die Fachredakteure vermitteln Wissen zu Management, Pflanzenbau, Technik und Tierhaltung.
Neben agrarheute.com erscheint agrarheute auch als Monatszeitschrift und ist live zu erleben – unter anderem beim CERES AWARD.
Kontakt:
Simon Michel-Berger
Chefredakteur agrarheute
simon.michel-berger@dlv.de
Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Nachrichten
dlv Publikationen
Unsere Bewertungen